Komplette Anleitung · vom Karton zur laufenden Maschine

Einen PC selbst bauen

Alles passt nur auf eine Art. Das ist das ganze Geheimnis. Unten steht jeder Schritt der Reihe nach, mit Zeichnungen der Anschlüsse, die am häufigsten falsch gemacht werden.

  • 2 bis 4 Stunden beim ersten Mal
  • Du brauchst einen Schraubendreher
  • 14 Schritte
Gehäuse (Seite offen) Luft rein Prozessor + Kühler Speicher ssd Grafikkarte Netzteil Anschlüsse Mainboard
Tipp

Wähle ein Bauteil

Jeder Block in dieser Zeichnung kommt später als eigener Schritt zurück. Das Gehäuse liegt hier auf der Seite, Seitenteil ab — genau so, wie du es zum Bauen hinlegst.

Abb. 1 — Schnitt durch einen normalen Tower, Seitenteil entfernt
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Was in einem PC steckt

Acht Bauteile, mehr ist es nicht. Der Rest ist optional. Dahinter steht jeweils, worauf du beim Kauf achtest — nicht die Marke, sondern das Merkmal, das entscheidet, ob es zusammenpasst.

  • Prozessor (CPU)

    Das Rechenherz. Bestimmt, wie schnell dein PC bei allem ist, was nicht grafisch ist: starten, surfen, kompilieren, rechnen.

    achte auf: den Sockel — AM5 (AMD) oder LGA1700/1851 (Intel) muss exakt zu deinem Mainboard passen
  • Mainboard

    Die Platte, auf der alles sitzt und wo alle Kabel zusammenlaufen. Macht selbst nichts schneller, bestimmt aber, was du anschließen kannst.

    achte auf: Sockel, Format (ATX / Micro-ATX / Mini-ITX) und die Anzahl der M.2-Steckplätze
  • Arbeitsspeicher (RAM)

    Der Arbeitsplatz. Je mehr Programme und Tabs gleichzeitig, desto mehr brauchst du. 32 GB sind heute der bequeme Standard, 16 GB das Minimum.

    achte auf: DDR5 passt nicht in ein DDR4-Board und umgekehrt — kauf immer ein Kit aus zwei Riegeln
  • Grafikkarte (GPU)

    Zeichnet das Bild. Für Spiele, Video und 3D das teuerste und wichtigste Bauteil. Für Büroarbeit kannst du sie weglassen, wenn dein Prozessor eine Grafikeinheit hat.

    achte auf: Länge in mm gegen den Platz im Gehäuse, und wie viel Watt sie zieht
  • Netzteil (PSU)

    Macht aus Steckdosenstrom das, was die Bauteile wollen. Das Teil, an dem du nicht sparst: ein schlechtes Netzteil nimmt den Rest mit, wenn es stirbt.

    achte auf: Wattzahl (Verbrauch der Grafikkarte plus 250 W als Faustregel) und 80 Plus Gold
  • Speicher (SSD)

    Wo Windows und deine Dateien liegen. Ein M.2-NVMe-Stick ist kaum größer als ein Kaugummistreifen und klickt direkt aufs Board — ohne Kabel.

    achte auf: 1 TB NVMe ist der beste Punkt; alte 2,5-Zoll-SSDs brauchen doch zwei Kabel
  • Kühler

    Führt die Wärme vom Prozessor ab. Ein guter Luftkühler ist leise, günstig und hält zehn Jahre. Wasserkühlung sieht besser aus und kühlt schwere CPUs stärker.

    achte auf: Höhe in mm gegen dein Gehäuse, und ob die Montage deinen Sockel abdeckt
  • Gehäuse

    Das Haus. Bestimmt, wie warm, wie leise und wie einfach zu bauen es wird. Kauf eines mit Platz hinter dem Mainboard für die Kabel.

    achte auf: passt dein Board-Format hinein, und sind schon Lüfter dabei
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Passt das alles zusammen

Hier geht es schief, wenn es schief geht — nicht beim Schrauben, sondern im Warenkorb. Geh diese Liste durch, bevor du etwas bestellst. Sie merkt sich deine Haken auf diesem Gerät.

Schneller: gib deine Teile in einen Konfigurator wie pcpartpicker.com ein. Der meldet sich von selbst, wenn zwei Dinge nicht zusammengehen. Blind vertrauen solltest du ihm nicht — er übersieht manchmal ein nötiges BIOS-Update.

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Vorbereiten

Werkzeug

Ein Kreuzschlitz-Schraubendreher PH2, magnetisch wenn möglich. Das war es. Praktisch, aber nicht nötig: ein Seitenschneider für Kabelbinder, eine Lampe oder dein Handy, und eine Schale für Schrauben.

Arbeitsplatz

Ein großer Tisch, kein Teppich, genug Licht. Halt die Kartons griffbereit: darin liegen Schrauben, Kabel und Handbücher. Das Mainboard-Handbuch ist das einzige wirklich wichtige — es zeigt genau, wo die Anschlüsse auf deinem Board sitzen.

Statische Aufladung

Das Risiko ist klein, aber echt. Zwei Sekunden Arbeit nehmen es weg: fass ein blankes Metallteil des Gehäuses an, bevor du Bauteile anfasst. Mach das erneut, wenn du zwischendurch aufgestanden oder über den Teppich gelaufen bist. Arbeite nicht im Wollpulli und lass die Teile in ihren antistatischen Tüten, bis du sie brauchst.

Netzteil nicht in die Steckdose während des Bauens. Erst anschließen, wenn alles sitzt und du die Kabel kontrolliert hast.

Die Reihenfolge, die am leichtesten geht

Prozessor, Kühler, Arbeitsspeicher und SSD montierst du auf dem Mainboard, solange es noch außerhalb des Gehäuses auf dem Tisch liegt — auf dem Karton, in dem es kam. Viel mehr Platz, viel besseres Licht. Erst danach wandert das Ganze ins Gehäuse.

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Bauen, Schritt für Schritt

Vierzehn Schritte der Reihe nach. Nichts braucht Kraft: wenn etwas nicht will, sitzt es schief oder falsch herum. Leg es kurz weg und schau nochmal.

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Mainboard auf den Tisch

Hol das Board aus der antistatischen Tüte und leg es auf den Karton, in dem es kam. Der ist stabil, isolierend und genau groß genug. Leg das Handbuch daneben und such schon mal die Übersicht mit allen Anschlüssen — diese Seite brauchst du gleich dreimal.

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Prozessor einsetzen

Öffne den Sockel: drück den Metallhebel zur Seite und nach oben, dann klappt der Bügel auf. Bei Intel steckt eine schwarze Plastikkappe darin, die später beim Schließen von selbst herausspringt — lass sie liegen.

Fass den Prozessor an den Seiten an, nie an der Unterseite. An einer Ecke steht ein kleines goldenes Dreieck. Dieses Dreieck muss in dieselbe Ecke wie das Dreieck, das auf den Sockel gedruckt ist. Dann lass die CPU gerade nach unten in den Sockel sinken — sie fällt von selbst hinein. Nicht drücken, nicht wackeln.

Schließ den Bügel und drück den Hebel wieder nach unten. Das fühlt sich bei Intel erschreckend schwer an. Das gehört so.

cpu Sockel auf dem Mainboard Prozessor, Unterseite Dreieck Dreieck immer dieselbe Ecke
Abb. 2 — an der Markierung ausrichten; der Prozessor fällt durch sein eigenes Gewicht hinein

Verbogene Pins sind der teuerste Fehler des ganzen Baus. Bei AMD sitzen die Pins unter der CPU, bei Intel im Sockel. Lass nie etwas in einen offenen Sockel fallen, und schließ den Bügel nie, wenn die CPU nicht flach liegt.

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Wärmeleitpaste und Kühler

Ist auf der Unterseite deines Kühlers schon eine graue Schicht? Dann tu nichts — das ist vorgetragene Paste und die ist völlig in Ordnung. Nur wenn der Kühler sauber ist, bringst du selbst Paste auf die Mitte des Prozessors auf.

Ein Klecks in Erbsengröße reicht. Verstreichen ist nicht nötig: der Druck des Kühlers macht das für dich. Zu viel ist unschön, aber nicht gefährlich; zu wenig kostet dich Grad.

Erbse — am leichtesten Kreuz — große CPUs fünf Punkte ↓ das reicht
Abb. 3 — alle drei funktionieren; der Unterschied ist höchstens ein Grad

Dann setz den Kühler auf. Bei einem Luftkühler ziehst du die Schrauben über Kreuz an: links oben ein paar Umdrehungen, rechts unten ein paar, rechts oben, links unten, und so weiter, bis nichts mehr geht. So verteilt sich der Druck gleichmäßig auf den Prozessor. Handfest ist fest genug.

Bei einer Wasserkühlung machst du dasselbe mit dem Pumpenblock und schraubst den Radiator ins Gehäuse — am besten oben oder vorne, mit den Schläuchen nach unten.

Vergiss den Lüfterstecker nicht: der gehört auf den Anschluss mit der Aufschrift CPU_FAN. Bei einer Wasserkühlung geht die Pumpe an AIO_PUMP oder CPU_FAN und die Radiatorlüfter an die normalen Lüfteranschlüsse.

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Arbeitsspeicher einsetzen

Zwei Riegel kommen nicht nebeneinander, sondern abwechselnd. Zähl vom Prozessor aus: Steckplatz 2 und Steckplatz 4. Machst du das falsch, startet der PC zwar, aber dein Speicher liefert die halbe Leistung. Im Handbuch heißen diese Plätze A2 und B2.

Klapp die Klammern auf (auf einer oder auf beiden Seiten, das ist je nach Board verschieden). Schau auf die Kerbe an der Unterkante des Riegels: die sitzt nicht in der Mitte, es gibt also nur eine richtige Richtung. Drück den Riegel gerade hinein, erst die eine Seite, dann die andere, bis die Klammern hörbar zurückklicken.

cpu 12 34 A1A2 B1B2 2 Riegel? Slot 2 und 4
Abb. 4 — die gelben Steckplätze; gezählt wird ab dem Prozessor
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SSD einsetzen

Such den M.2-Steckplatz: ein schmaler, flacher Anschluss mit einem Schraubloch oder Clip in etwa 8 cm Abstand. Liegt ein Metallkühler darüber, schraub den zuerst ab und zieh die Schutzfolie von der Unterseite.

Steck die SSD in einem Winkel von etwa 30 Grad in den Steckplatz, bis die goldenen Kontakte gerade nicht mehr sichtbar sind. Drück sie dann flach nach unten und fixier sie mit der Schraube oder dem Clip. Von selbst bleibt sie nicht liegen — das gehört so.

1 — schräg einstecken (≈30°) 2 — flach drücken, festschrauben drücken
Abb. 5 — Seitenansicht eines M.2-Steckplatzes

Mehrere M.2-Steckplätze? Nimm den obersten, direkt unter dem Prozessor: der hängt meist direkt an der CPU und ist der schnellste. Das Handbuch sagt auch, ob ein unterer Platz SATA-Ports abschaltet.

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Gehäuse vorbereiten

Nimm beide Seitenteile ab — auch das hintere, denn dort laufen später deine Kabel. Leg das Gehäuse auf die Seite, mit der Mainboard-Seite nach oben. Hol alle Tüten und Pappstücke heraus, die lose darin liegen.

Schau jetzt auf das Blech, auf das das Board kommt. Dort müssen kleine Abstandshalter sitzen, genau an den Stellen, die zu den Schraublöchern deines Boards passen. Meist stecken sie schon für ATX-Format drin; stimmt es nicht, drehst du sie von Hand in die richtigen Löcher.

Schrauben von oben Gehäuseblech Mainboard Abstandshalter Luft + Platz
Abb. 6 — die Halter halten das Board vom Metall weg; ohne sie gibt es einen Kurzschluss

Lag bei deinem Mainboard ein loses Blech mit Aussparungen für die USB-Ports dabei? Das ist die Anschlussblende. Klick sie von innen in die rechteckige Öffnung an der Rückseite, mit der Schrift von außen lesbar. Das geht mit einem festen Klick. Moderne Boards haben sie schon fest montiert — dann überspring das.

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Mainboard ins Gehäuse

Lass das Board schräg herunter, sodass die Anschlüsse zuerst in die Blende rutschen, und leg es dann flach auf die Abstandshalter. Schieb es leicht nach hinten, bis alle Schraublöcher genau über den Haltern liegen.

Dreh zuerst eine Schraube locker in die Mitte, damit das Board nicht mehr rutscht. Setz dann den Rest ein und zieh erst zum Schluss alle fest. Auch hier: handfest. Du schraubst in dünnes Blech, nicht in Holz.

Prüf kurz, ob keine Metallkante des Gehäuses gegen die Unterseite des Boards drückt und ob alle Anschlüsse sauber durch die Blende ragen. Metalllaschen der Blende dürfen nicht in einem USB-Port stecken.

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Netzteil montieren

Das Netzteil kommt nach unten, mit dem Lüfter nach unten, wenn unter dem Gehäuse ein Staubfilter und eine Öffnung sitzt (fast immer). Steht das Gehäuse auf Teppich oder ist die Öffnung zu, dreh den Lüfter nach oben.

Schieb es von innen oder von hinten an seinen Platz und fixier es mit den vier Schrauben an der Rückseite. Hast du ein modulares Netzteil, steck die Kabel, die du brauchst, jetzt ein — später kommst du viel schlechter daran.

Welche Kabel: das breite 24-Pin, das 8-Pin für den Prozessor (manchmal zwei) und das Stromkabel für deine Grafikkarte. SATA-Strom nimmst du dazu, wenn etwas daran hängt: eine 2,5-Zoll-SSD oder Festplatte, ein Lüfter-Hub, ein DVD-Laufwerk oder ein LED-Streifen.

Benutz nur die Kabel, die bei deinem Netzteil dabei waren. Auf der Netzteilseite sehen die Stecker zwischen den Marken gleich aus, sind aber anders belegt. Ein Kabel von einem anderen Netzteil kann deine Bauteile verbrennen.

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Lüfter und Luftstrom

Das Prinzip ist einfach: kühle Luft kommt vorne und unten herein, warme Luft geht hinten und oben hinaus. Auf jedem Lüfter stehen zwei Pfeile — einer für die Drehrichtung und einer für die Blasrichtung. Den zweiten nutzt du, um zu entscheiden, wie du ihn montierst.

Sorg dafür, dass etwas mehr hinein- als hinausgeblasen wird (zum Beispiel drei vorne, einer hinten). Dann steht das Gehäuse unter leichtem Überdruck und zieht weniger Staub durch die Ritzen.

kalt rein warm raus unten rein oben raus Front
Abb. 7 — die Luft geht in eine Richtung durchs Gehäuse, nie hin und her

Die Lüfterstecker gehören auf die Anschlüsse mit SYS_FAN oder CHA_FAN. Sind es auf deinem Board zu wenige, nimm einen Splitter oder den Lüfter-Hub, der oft hinten im Gehäuse klebt. So ein Hub hängt selbst an einem SATA-Stromkabel vom Netzteil.

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Grafikkarte einsetzen

Such den obersten langen PCIe-Steckplatz, direkt unter dem Prozessorkühler. Zähl, wie viele Slotbleche deine Karte hinten braucht (meist zwei oder drei) und schraub genau die an der Rückseite ab. Heb die Schrauben auf.

Klapp die Klammer am Ende des PCIe-Steckplatzes auf. Halt die Karte mit beiden Händen, setz sie gerade über den Steckplatz und drück sie gleichmäßig nach unten, bis die Klammer hörbar einrastet. Schraub sie danach mit den Schrauben fest, die du gerade gelöst hast.

Schwere Karte? Moderne Grafikkarten mit drei Slots Dicke hängen durch, wenn du sie nur hinten festschraubst. Liegt eine Stütze beim Gehäuse oder bei der Karte dabei, nimm sie.

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Stromkabel anschließen

Vier Anschlüsse, in dieser Reihenfolge. Jeder Stecker hat eine Klammer, die hörbar klickt; hörst du nichts, sitzt er nicht ganz drin.

  1. 24-Pin in den breiten Anschluss am rechten Rand des Mainboards. Das ist das steifste Kabel des ganzen Baus — stütz das Board mit der anderen Hand.
  2. 8-Pin Prozessorstrom in den Anschluss links oben, direkt neben dem Kühler. Hat dein Board zwei (8+4 oder 8+8), schließ beide an, wenn dein Netzteil das kann.
  3. Grafikkartenstrom oben oder seitlich in die Karte. Nimm pro Stecker ein eigenes Kabel; vermeide das zweite Ende desselben Kabels bei Karten über 300 Watt.
  4. SATA-Strom für alles, was sonst noch daran hängt: eine 2,5-Zoll-SSD oder Festplatte, ein Lüfter-Hub, ein DVD-Laufwerk, ein LED-Streifen oder ein Display an der Front. Ein Kabel hat meist drei oder vier Stecker hintereinander, du kannst sie also durchschleifen.
cpu 21 34 Mainboard Grafikkarte Netzteil 8-Pin CPU 24-Pin pcie / 12V-2x6 SATA-Strom Laufwerke, Hub, DVD
Abb. 8 — alle vier kommen aus demselben Netzteil; angeschlossen wird von 1 bis 4

Drück den Grafikkartenstecker ganz hinein. Beim neuen 12-Pin-Stecker (12V-2x6) ist halb eingesteckt der Grund, warum ab und zu einer schmilzt. Er muss klicken und es darf kein Spalt mehr zu sehen sein. Bieg das Kabel nicht scharf innerhalb von 3,5 cm hinter dem Stecker.

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Die Kabelchen vom Gehäuse

Das ist der lästigste Schritt und er dauert fünf Minuten. Aus der Front des Gehäuses kommt ein Bündel dünner Drähte mit winzigen Steckern: POWER SW, RESET SW, POWER LED, HDD LED. Die gehören auf eine Pinreihe rechts unten auf dem Board, meist mit F_PANEL beschriftet.

Nur bei den zwei LEDs zählen Plus und Minus (der farbige Draht ist Plus, weiß oder schwarz ist Minus). Bei den Schaltern spielt die Richtung keine Rolle. Nimm das Mainboard-Handbuch dazu — jedes Board legt diese Pins etwas anders.

PWR LED+PWR LED− POWER SWPOWER SW HDD LED+HDD LED− RESET SWRESET SW +/− zählt nur bei den LEDs
Abb. 9 — typische Belegung; dein Board kann abweichen, prüf das Handbuch

In derselben Ecke liegen meist auch die Anschlüsse für die USB-Ports und die Kopfhörerbuchse an der Front deines Gehäuses. Diese Stecker sind größer und haben jeweils eine eigene Form:

  • HD AUDIO — Kopfhörer und Mikrofon vorne, links unten auf dem Board.
  • USB 2.0 / F_USB — Block aus 9 Pins mit einem fehlenden Pin.
  • USB 3.0 — großer blauer Stecker mit einer Kerbe an der Seite.
  • USB-C / Type-C — flacher rechteckiger Stecker, passt nur in eine Richtung.
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Kabel verlegen und kontrollieren

Alles, was du nicht brauchst, läuft hinter dem Mainboard entlang, durch die Öffnungen mit den Gummirändern, und wird dort mit den mitgelieferten Kabelbindern oder dem Klett befestigt. Das ist kein Schönheitswettbewerb: lose Kabel vorne blockieren den Luftstrom und können in einen Lüfter geraten.

Geh dann diese Liste durch, bevor du Strom drauf gibst:

  • 24-Pin und 8-Pin Prozessorstrom sitzen beide vollständig.
  • Der Kühlerlüfter hängt an CPU_FAN.
  • Die Grafikkarte rastet im Steckplatz ein und das Stromkabel sitzt ganz drin.
  • Kein Kabel berührt ein Lüfterblatt. Dreh sie mit dem Finger einmal durch.
  • Es liegt keine lose Schraube auf dem Mainboard. Kipp das Gehäuse kurz und hör hin.
  • Die Schutzfolie ist vom Kühlerboden ab. Ernsthaft, das passiert wirklich.
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Bereit für den ersten Start

Lass die Seitenteile noch weg — die Chance, dass etwas nicht stimmt, ist klein, aber wenn doch, spart dir das viel Schrauberei. Stell das Gehäuse aufrecht, steck das Monitorkabel in die Grafikkarte (die Anschlüsse unten an der Rückseite), nicht ins Mainboard. Tastatur, Maus und Netzkabel dazu.

Erst dann stellst du den Schalter am Netzteil auf I.

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Kabelübersicht

Welcher Stecker woher kommt und wohin er geht. Wenn du einen nicht zuordnen kannst, schlag hier nach.

KabelVonNachWoran du es erkennst
24-Pin ATXNetzteilrechter Rand des Mainboardsdas breiteste und steifste von allen
8-Pin EPSNetzteillinks oben, neben dem Kühlerträgt die Aufschrift CPU oder EPS; eckige Pins
12V-2x6 / 8-Pin PCIeNetzteilGrafikkarteträgt PCIe oder VGA — nie mit EPS verwechseln
SATA-StromNetzteil2,5-Zoll-SSD, HDD, Lüfter-Hub, DVD, LEDflach, breit, L-förmige Kerbe
SATA-DatenMainboard2,5-Zoll-SSD, HDDschmales rotes oder schwarzes Kabel mit Haken
CPU_FANKühlerMainboard beim Kühler4 Pins mit Plastik-Führungssteg
F_PANELGehäusefrontrechts unten auf dem Mainboardeinzelne Drähte mit winzigen Steckern
USB-3.0-HeaderGehäusefrontSeite des Mainboardsdicker blauer Stecker mit seitlicher Kerbe
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Der erste Start

Drück den Einschalter. Was du sehen willst: Lüfter drehen, ein Logo auf dem Bildschirm und die Meldung, dass kein Startlaufwerk gefunden wurde. Letzteres ist eine gute Nachricht — er lebt.

Siehst du nichts? Spring zu er startet nicht. Läuft alles, drück während des Startens wiederholt Entf (manchmal F2), um ins BIOS zu kommen.

Im BIOS machst du genau vier Dinge

1 — XMP oder EXPO einschalten · sonst läuft dein Speicher mit 3600 statt 6000

2 — prüfen, ob SSD und aller Speicher erkannt werden

3 — schauen, ob die CPU-Temperatur im Leerlauf unter 50 °C bleibt

4 — die Startreihenfolge auf deinen Windows-USB-Stick setzen

speichern und beenden: F10

XMP und EXPO sind dieselbe Idee unter zwei Namen (Intel und AMD): ein gespeichertes Profil, das deinen Speicher auf die Geschwindigkeit setzt, für die du bezahlt hast. Ohne diesen Schalter läuft er auf dem langsamen Standardwert. Es steht fast immer auf der ersten BIOS-Seite.

Startet er nach dem Einschalten von XMP nicht mehr? Zieh den Strom, halt den Einschalter 10 Sekunden gedrückt und schalt ihn wieder ein. Die meisten Boards fallen dann von selbst auf die Standardwerte zurück. Klappt das nicht: der CLR_CMOS-Knopf oder -Jumper auf dem Board setzt alles zurück.

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Windows und Treiber

Installationsstick erstellen

An einem anderen PC: lad das Media Creation Tool von microsoft.com herunter, steck einen leeren USB-Stick ab 8 GB ein und lass das Programm den Stick erstellen. Dauert eine Viertelstunde.

Installieren

Stick in den neuen PC, starten, und beim Laufwerksbildschirm deine NVMe-SSD wählen. Ist sie nie benutzt worden, ist sie ein großer nicht zugewiesener Bereich — auswählen und weiter, Windows legt die Partitionen selbst an. Einen Produktschlüssel kannst du überspringen; aktivieren geht später noch.

Beim Kontobildschirm: die Internetverbindung überspringen geht weiterhin über Shift + F10 und dann OOBE\BYPASSNRO, aber Microsoft schließt diesen Weg Schritt für Schritt. Klappt es nicht, leg einfach ein Konto an.

Treiber, in dieser Reihenfolge

  1. Chipsatz — von der Supportseite deines genauen Mainboard-Modells. Dieser zuerst, immer.
  2. Grafikkarte — direkt von nvidia.com oder amd.com, nicht von der beiliegenden CD.
  3. Netzwerk und Audio — meist schon von Windows Update erledigt; sonst ebenfalls von der Mainboard-Seite.
  4. Windows Update — zwei- oder dreimal durchlaufen lassen, bis nichts mehr kommt.

Prüfen, ob er wirklich hält

Zwei Tests, zusammen eine halbe Stunde:

  • Speicher: MemTest86 vom USB-Stick oder die eingebaute Windows-Speicherdiagnose. Ein Fehler ist einer zu viel — dann sitzt dein Speicher nicht richtig oder XMP muss runter.
  • Wärme: Cinebench oder OCCT zwanzig Minuten, mit HWiNFO daneben. Unter 90 °C auf dem Prozessor ist gut, 95 °C ist die Grenze, ab der er sich selbst drosselt.

Bleibt alles stabil, schraubst du die Seitenteile an und bist fertig. Schau in ein paar Monaten nochmal in die Staubfilter.

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Er startet nicht

Fast immer ist es ein Kabel. Such das Symptom.

Gar nichts — kein Licht, kein Lüfter

Es fehlt Strom oder der Einschalter kommt nicht an. Prüf der Reihe nach: steht der Schalter am Netzteil auf I, sitzt das Netzkabel in der Steckdose und im Netzteil, sitzt das 24-Pin ganz drin?

Stimmt das alles, sitzt dein POWER SW-Stecker wahrscheinlich auf den falschen Pins. Test: zieh den Stecker ab und berühr die beiden POWER SW-Pins kurz gleichzeitig mit einem Schraubendreher. Startet er dann, weißt du genug.

Lüfter drehen, aber kein Bild

Mit Abstand am häufigsten. In der Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit:

  1. Dein Monitorkabel steckt im Mainboard statt in der Grafikkarte.
  2. Der 8-Pin Prozessorstrom steckt nicht. Schau genau hin — das wird am häufigsten vergessen.
  3. Der Speicher sitzt nicht tief genug. Drück jeden Riegel neu hinein, bis beide Klammern klicken.
  4. Die Grafikkarte sitzt nicht ganz im Steckplatz.
  5. Dein Monitor steht auf dem falschen Eingang.

Hilft nichts: nimm allen Speicher bis auf einen Riegel heraus, setz den in Steckplatz 2 und probier erneut. Danach den anderen Riegel.

Er startet eine Sekunde und geht wieder aus, immer wieder

Klassischer Kurzschluss oder ein defektes Netzteil. Prüf, ob das Mainboard nirgends das Metall des Gehäuses berührt und ob kein loser Abstandshalter darunter liegt, wo gar kein Schraubloch ist.

Ein einzelner Neustart beim allerersten Start ist übrigens normal: das Board trainiert dann den Speicher. Bei DDR5 darf das sogar ein bis zwei Minuten dauern, bevor ein Bild kommt.

Eine Leuchte auf dem Mainboard bleibt an

Diese vier LEDs (CPU, DRAM, VGA, BOOT) sagen dir genau, wo er hängen bleibt. Die Leuchte, die an bleibt, ist das Bauteil, an dem er scheitert.

CPU — Prozessorstrom oder die CPU selbst. DRAM — Speicher neu einsetzen. VGA — Grafikkarte oder ihr Stromkabel. BOOT — kein Startlaufwerk gefunden, was normal ist, solange Windows noch nicht drauf ist.

Das Bild fällt beim Spielen aus, oder er startet von selbst neu

Meist Netzteil oder Temperatur. Schau mit HWiNFO, was CPU und GPU unter Last machen. Liegst du bei 95 °C, sitzt der Kühler nicht richtig oder es fehlt Paste.

Bleibt alles kühl, schalt XMP/EXPO im BIOS aus. Instabiler Speicher sieht genau so aus. Läuft es dann, ist dein Speicherprofil für deine Kombination zu scharf.

Die SSD taucht bei der Windows-Installation nicht auf

Schau zuerst im BIOS, ob sie dort erkannt wird. Wenn nicht: sitzt der M.2-Stick wirklich flach verschraubt, und nutzt du einen Steckplatz, der nicht durch einen anderen Platz oder einen SATA-Port abgeschaltet ist? Das steht im Handbuch im M.2-Kapitel.